Pumuckl

 

Pumuckl

Ist der Pumuckl ein echter Geist, ich meine einer, der richtig erscheinen kann? Kinder fragen das bisweilen mit großen Augen und bringen mich etwas in Verlegenheit. Mir ist er nämlich erschienen. Es war an einem Sommerabend in meinem Garten. Ich war allein und genoss die Ruhe. Plötzlich sah ich ihn. Er war deutlich im Stamm einer großen Birke zu erkennen. Zum Beweis, dass ich nicht flunkere, habe ich ihn gleich fotografiert. Noch Zweifel?

 

Dass er auf vielen Briefen als Briefmarke pappte, ist natürlich die reinste Koboldsschande. Wo er doch sichtbar wird, wenn er irgendwo pappen bleibt. Und wo er das Pappenbleiben doch so fürchtet! Ich vermute, dass das nur deshalb gut geht, weil auf den Briefmarken kein echter Meister-Eder-Leim ist.

 

Und was hat es mit dem Pumucklspringbrunnen auf sich? Er steht im Münchner Luitpoldpark auf dem Kinderspielplatz. Und er spuckt (nicht spukt!) genau dann, wenn man es nicht erwartet. Pitschenass kann man da werden. Ich habe ihn eigentlich gestiftet, damit die Kinder gratis trinken können, wann immer sie Durst haben. Frisches Münchner Wasser natürlich. (Limo muss man am Stand kaufen.)

 

Manfred Korytowski habe ich (als einzigen Menschen!) zum Vater des Pumuckl ernannt. Er ist der Filmproduzent, der den Pumuckl auf Bildschirme und Leinwände zum Leben erweckte. Er ist leider 1999 verstorben. Rot-gelb-grün sind die Farben des Pumuckls, ein Wunsch des Produzenten Korytowski, weil rot-gelb-grün die Farben seiner Heimat Brasilien sind. Ich habe seinen Wunsch in allen Drehbüchern gern erfüllt, weil das auch meine Lieblingsfarbzusammenstellung ist.

 

Und dann gibt es einen neuen Pumuckl, der so aussieht wie auf dem Bild. Aber es gibt ihn nur in der Schweiz. Er spricht auch etwas seltsam, nämlich Schweizerdeutsch oder vielmehr Schwyzerdütsch. Aber keine Sorge, er macht alles andere ganz genau so wie der deutsche Pumuckl. Es klingt nur ein bisschen anders.

 

 

 


© 2012 Ellis Kaut